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Gutes Gefühl: Schafe, Ziegen und Hilfe zur Selbsthilfe

von Oliver Schmitz-Kramer am in Gutes Gefühl2 Kommentare

Martha Wilden leistet Hilfe für Äthiopien

„Manchmal denke ich, es ist Schicksal, dass mir diese Menschen in die Arme laufen“, erklärt Martha Wilden. Einmal habe Sie in Afrika auf der Straße eine Frau getroffen, der es offensichtlich nicht gut ging. Die Frau erzählte, dass sie eine schwere Lungenentzündung habe, sich aber die Medikamente nicht leisten konnte, die der Arzt ihr verschrieben hatte. „Ich bin dann mit ihr in die Apotheke gegangen. Für mich – für uns hier – ist das ein Klacks, dies zu bezahlen“, so Martha Wilden.

 

„Das sind diese kleinen Dinge, die mich bewegen und antreiben, weiterzumachen. Weil ich eben sehe, dass es Erfolg hat.“ Erfolg bedeutet für die Dürenerin, dass sie oft schon mit kleinen Dingen Großes im Leben anderer Menschen bewirken kann. Dass sie Menschen in Not helfen kann und sie befähigt, ihr Leben besser zu gestalten. Und das seit mittlerweile rund 16 Jahren.

 

Schicksalshafte Begegnung in den Simien Mountains

Martha Wilden hat viele Jahre im Ausland gelebt, hat viel von der Welt gesehen. Doch ihr Herz hat in Äthiopien seine Heimat gefunden – dort spielte auch die zuvor geschilderte Episode. Angefangen aber hat alles mit einer schicksalhaften Begegnung vor den Toren des Nationalparks in den Simien Mountains.

 
Martha Wilden traf auf einer Trekking Tour diesen Jungen und beschloss ihm zu helfen
 

Dort traf sie, auf einer Trekking-Tour durch die Berge, einen Jungen, der in Lumpen gekleidet war. Sie gab ihm eine Jeans aus ihrem Reisegepäck. Die Hose passte dem 13-Jährigen genau. Er revanchierte sich und schenkte der Touristin seinen Hirtenstab, den sie „noch immer in Ehren halte“, wie Martha Wilden betont. So kamen die beiden ins Gespräch.

 

Für die Familie arbeiten statt zur Schule gehen

Der Junge erzählte der Deutschen, dass er als ältestes von drei Kindern die Familie ernähren muss, da der Vater schwer krank war und nicht selbst arbeiten konnte. Der Junge wurde oft mit zwei Hühnern zum Markt geschickt, um diese zu verkaufen – meist jedoch ohne Erfolg.

„Er wäre so gerne zur Schule gegangen, konnte aber nicht. Da habe ich beschlossen, ihm den Schulbesuch zu bezahlen.“

Inzwischen ist der Junge von damals erwachsen geworden. Nun organisiert er Reisen in einem Trekking-Reiseunternehmen und kocht für die Reiseteilnehmer. „Manche haben ins Gästebuch geschrieben, er sei ein Fünf-Sterne-Koch“, berichtet Martha Wilden stolz.
 

 
Seit diesem Erlebnis reist sie regelmäßig in das ostafrikanische Land. Zunächst half sie ehrenamtlich in einem Heim für Notleidende in der Hauptstadt Addis Adeba. Dort erlebte Martha Wilden viel menschliche Wärme, aber auch schreckliche Schicksale.

 

Hyäne schleppt Baby fort

„Einmal kam eine Frau, eine Mutter von zwei Kindern, mit ihrer kleinen Tochter, etwa 7 Jahre alt. Die Frau weinte bitterlich.“ Die kleine Tochter war nachts durch ein Geräusch geweckt worden und konnte nur noch mit ansehen, wie eine Hyäne die kleine Baby-Schwester fortschleppte. „Ich habe dann für ihre Bleibe im Heim gezahlt, so dass sie dort zunächst einmal unterkommen und versorgt werden konnten“, erinnert sich Martha Wilden.
 

Immer mehr engagiert sich Martha Wilden aber auf eigene Faust, mit eigenen Hilfsprojekten im armen Norden Äthiopiens. Mit kleinen Beträgen versucht sie akute Not zu lindern und vor allem den Menschen wieder eine Perspektive zu geben. „Am liebsten gebe ich Hilfe zur Selbsthilfe.“ Ein Mittel, auf das sie dabei verstärkt setzt: Ziegen und Schafe. 

 

Schafe als Hilfe zur Selbsthilfe

„Eine Freundin sagte zu mir: Ich möchte dir Geld für deine Hilfsarbeit geben. Aber ich möchte, dass du dafür Schafe kaufst.“ So nahm es seinen Lauf: In der Hochebene, wo die Menschen sehr arm seien, ging Martha Wilden mit ihren Helfern in die Dörfer. Dort kaufte sie Schafe oder Ziegen und schenkte diese den bedürftigen Bewohnern. Ein Schaf kostet nur umgerechnet etwa 45 Euro, sichert aber einer Familie den Lebensunterhalt:  Mit den Tieren, ihrem Verkauf oder dem Verkauf der Tierprodukte, können die Menschen ein wenig Geld verdienen.
 
Schafe und Ziegen ermöglichen Familien in Äthiopien ein kleines Auskommen.
 

Ihre Hilfsarbeit finanziert die Dürenerin vor allem über Spenden. „Ich sage den Leuten, die mich besuchen, immer: Bitte bringt keine Blumen mit. Ich habe hier eine Dose stehen, in der sammle ich Geld für Äthiopien. Und wenn ihr möchtet, steckt dort bitte etwas hinein.“

 
Sie möchten die Arbeit von Martha Wilden unterstützen?
Dann spenden Sie unter:
Martha Wilden wg. Äthiopienhilfe
IBAN: DE08 3955 0110 1201 0737 54
BIC: SDUE DE33 XXX

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2 Kommentare

  1. Lisa Nelleßen-Zimmermann sagt am 2. Dezember 2017 um 17:34 Uhr

    Ein wirklich gutes Gefühl...hier sieht man, wie mit kleinen alltäglichen Dingen große Hilfe möglich ist... schön, zu sehen, dass es nicht der "Spendenmarathon" alleine ist, der Menschen helfen kann. Jeder kann in seiner kleinen Welt seinen Möglichkeiten entsprechend Gutes Tun! Dies hat Frau Wilden uns gezeigt und dies möchten wir gerne entsprechend unterstützen. Ein Anfang wäre es, wenn wir in unserer Pferdedeckenreinigung ähnlich wie bei Frau Wilden eine Dose aufstellen, Frau Wilden uns entsprechendes Info-Material zur Verfügung stellen würde, und wir unseren Kunden so die Möglichkeit geben, bei der Abholung Ihre Decken eine kleine Spende zu leisten für eine bessere Welt und wenn es nur dazu dient, das "lästige" Münzgeld hineinzuwerfen. Mal sehen, wieviele Ziegen und Schafe wir damit für Äthiopien erwerben können. Ich bitte um entsprechende Infos, gerne auch um Kontakt Martha Wilden evtl hat sie ja einheitliche Spendendosen entwickelt? Wir können aber auch selbst etwas entwerfen.. die Infos zur Äthiopienlage evtl. auch ein Ausdruck dieses Textes, der uns ja sehr bewegt hat, wären toll. Bei evtl. Rückfragen Tel. 0160 /97741889

    Antworten

    • Oliver Schmitz-Kramer sagt am 12. Dezember 2017 um 12:13 Uhr

      Hallo Frau Nelleßen-Zimmermann, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Wir geben Ihren Kontakt gerne an Frau Wilden weiter und hoffen, dass Sie ihren Einsatz für den guten Zweck bündeln können.

      Antworten


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