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Kurz erklärt: Was passiert an der Börse?

von Oliver Schmitz-Kramer am in SKDN informiertKommentieren

Beim Begriff „Börse“ denken die meisten sofort an „Wall Street“, „Frankfurt“ oder den „DAX“. Doch was ist eine Börse eigentlich und was wird dort gemacht?

 

Börsen sind wichtige Handelsmärkte für Wertpapiere, Rohstoffe, Derivate, Devisen und andere Werte. Eine der wichtigsten Aufgaben einer Börse: Angebot und Nachfrage zusammenführen. Ohne Börsen müssten sich Käufer und Verkäufer gegenseitig suchen, finden und über den Preis verhandeln. Der Handel an der Börse erfolgt dabei nach klaren Vorschriften. Diese sind im Börsengesetz und in der jeweiligen Börsenordnung geregelt.

 

Unterschieden wird zwischen Primärmarkt und Sekundärmarkt:

  • Primärmarkt (auch Emissionsmarkt genannt): ist der Finanzmarkt für die Erstausgabe von Kapital, das sogenannte Initial Public Offering (IPO). So können über die Börse viele kleinere Beträge von Anlegern gesammelt werden. Mit diesen kann das ausgebende Unternehmen, der Emittent, größere Investitionen finanzieren.
  • Sekundärmarkt (auch Zweitmarkt genannt): ist der Finanzmarkt auf dem bereits emittierte Werte gehandelt werden. Dort entscheidet sich, zu welchem Preis beispielsweise Daimler-Aktien oder Bundesanleihen notiert werden.

 

Eine weitere Aufgabe: die sogenannte Fristentransformation. Unternehmen möchten in der Regel langfristig über das erhaltene Kapital verfügen. Anleger hingegen möchten diese Anteile jederzeit auch wieder abstoßen können. Der Handel der Anteile über die Börse ermöglicht einen schnellen Verkauf. Dadurch lassen sich diese unterschiedlichen Anlagevorstellungen in Einklang bringen.

 

Börsenrelevante News müssen unverzüglich veröffentlicht werden
Um kaufen oder verkaufen zu können, müssen Anleger wissen, zu welchen Preisen sie Anteile erwerben und veräußern können. Dazu werden die an einer Börse getätigten Umsätze und Preise veröffentlicht – zum Beispiel über Zeitungen, Fernsehen und das Internet. Börsennotierte Aktiengesellschaften müssen relevante Informationen, die sich auf den eigenen Aktienkurs auswirken können, unverzüglich veröffentlichen.

 

Heutzutage werden Transkationen kaum noch direkt und physisch zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt, sondern auf elektronischem Weg über Banken und Makler. In Deutschland wird aktuell an sieben Börsenplätzen gehandelt: Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart und Frankfurt. Die Main-Metropole kann zwar von der Größe her nicht mit New York mithalten, zählt aber zu den zehn wichtigsten Börsenplätzen der Welt.

 

New York, London oder Amsterdam: Wo eröffnete die erste Börse der Welt?
Das erste Börsengebäude der Welt wurde nicht in New York eröffnet, sondern 1613 in Amsterdam. Große Amsterdamer Gewürzhändler schlossen sich zur „Vereinigten Ostindischen Handels-Kompagnie“ (V.O.C.) zusammen. Über die neue Börse wollten sie Anteile ihres Unternehmens verkaufen. Dort wurden dann diese Aktien gehandelt, ohne dass die Gesellschaft Kapital zurückzahlen oder aufnehmen musste.

 

Planspiel Börse
Wer sein Aktienwissen mal spielerisch ausprobieren möchte, für den könnte das Planspiel Börse richtig sein. Schüler und Studenten können dabei spielerisch in die „Welt der Börse“ eintauchen und attraktive Preise gewinnen.

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